Barbara Regina Dietzsch (1706 – 1783)

Obwohl sie mehrmals an europäische Höfe berufen wurde, blieb Barbara Regina Dietzsch in Nürnberg, wo sie in unmittelbarer Nähe zum ehem. Wohnhaus der “Meranin” lebte und arbeitete. Sie war in den väterlichen Familienbetrieb (ihr Vater Johann Israel Dietzsch, ein Schüler von Johann Daniel Preisler, war ihr Lehrer) eingebunden. Die Familie besaß ein Kunst- und Naturalienkabinett, das neben Pflanzen u.a. auch Conciglien enthielt und den Künstlern Anschauungsobjekte bzw. Modelle bot. Der Familienverbund erlaubte Barbara Regina ein Leben in vollkommener Konzentration auf eine bis heute kaum übertroffene Feinmalerei, die die Kunst der Maria Sybilla Merian an Präzision noch übertrifft. Stärker als das naturwissenschaftliche Interesse stand bei Barbara Regina Dietzsch die religiöse Versenkung im Sinne geradezu mystischer Religiosität im Zentrum ihres Wirkens. Bereits zu ihren Lebzeiten wurden die Stillleben der Dietzsch sowie ihrer fünf Brüder und beiden Schwester Margareta Barbara und Clara Susanna Maria europaweit gesammelt. So besaßen die Markgrafen von Ansbach eine Sammlung von 21 Werken, ebenso das British Museum, das Fitzwilliam Museum in Cambridge sowie Sammlungen in Holland und Paris. Mehr als 40 Blätter befinden sich alleine in den städtischen Sammlungen Nürnberg.

Überwiegend Blumen und Insekten sind ihre Sujets, die sie jedoch – anders als bei Maria Sybilla Merian – vor dunkelbraunem Hintergrund ästhetisierend inszenierte. Daneben schuf sie aber auch Vogelgemälde und nature mortes derselben. Sie galt über Nürnberg hinaus als Berühmtheit. Ihr Werk dokumentiert u.a. den Wandel von einer eher naturwissenschaftlich-rational ausgerichteten Malerei zur meditativen Kabinettmalerei.