Albert Lamm (1873 – 1939)

Der in Berlin geborene Maler und Kunstschriftsteller (“Ultramalerei”, Dürerbund, 1912) war aufs Engste mit Curt Herrmann verbunden, der wie er in Berlin seine Wurzeln besaß, sich während der 1910er und 20er Jahre überwiegend in der Fränkischen Schweiz aufhielt und hier auch malte… Zwischen Schloss Pretzfeld, wo Herrmann, einer der Gründer der Berliner Sezession (1898) mit seiner Frau Sophie lebte, und Muggendorf, dem Wohnort Albert Lamms, liegen nur wenige Kilometer. Beide besuchten sich häufig und hielten auch dann noch Kontakt, als Lamm 1926 nach Berlin zurückkehrte. Nach Herrmanns frühem Tod 1929 schrieb er einen Nachruf auf seinen Freund und Malerkollegen.

Oftmals werden die Gemälde Lamms für Werke Herrmanns gehalten. Während Lamm jedoch dem Naturalismus verbunden war und die Moderne ablehnte, war Herrmann dem französischen Nachimpressionismus zugetan. Albert Lamm nahm an zahlreichen Ausstellungen nicht nur der Berliner, sondern auch der Münchener Sezession teil. Stilistisch steht er Slevoght oder Corinth nahe. Sein Werk befindet sich heute teilweise im Fränkische-Schweiz-Museum Tüchersfeld, wo 1997 und 2012 Ausstellungen stattfanden. Dennoch bleiben viele Fragen offen: War er homosexuell? (Zahlreiche Darstellungen zeigen männliche Akte) bzw. und daran anschließend: War der 1939 auf dem Forchheimer Marktplatz verbrannte Knabenakt nicht Herrmanns, sondern Lamms Werk? – Dies würde bedeuten, dass auch er unter dem Terror des NS-Regimes zu leiden hatte. Auch Lamm verstarb 1939 im Alter von 66 Jahren. Sein zu Lebzeiten gefeiertes OEuvre wäre eine Untersuchung wert. Seine Verfemung während der 30er Jahre ist bislang eine Hypothese.

Albert Lamm